Trampen in Indien


Eine der besten Erfahrungen, die ich je hatte

Meine Mama hat immer gesagt: Trampen ist gefährlich

Aber man kann ja auch mal Glück haben und auf den indischen Santa Claus treffen

…. Ich liebe Indien!

 

Gestern war wirklich ein richtig cooler Tag. Vorgestern wussten wir nicht, ob wir überhaupt aus Alleppey rauskommen. Bei einem Protest wurde jemand umgebracht. Das bedeutet in Indien ein vom Staat aufgezwungener Protest. Alle Geschäfte sind geschlossen, die Busse fahren nicht und auf den Straßen war es ungewohnt ruhig. Das ständige Hupen verstummt wohl nur an solchen Tag. Wirklich creepy!

Da wir aber in Alleppey alles gesehen hatten, wollten wir Richtung Munnar in die Berge. Uns wurde gesagt, das ist heute unmöglich. Aber nichts ist unmöglich! Wir können ja versuchen zu trampen. Drei Traveller mit großen Backpacks! Warum nicht 🙂

Wir waren eingestellt auf einen heißen Tag und einige Kilometer zu Fuß.

Von der Polizei eingesammelt

Wir sind keine hundert Meter gelaufen, da hielt schon ein Polizeibus neben uns an, der uns aufgegabelt hat und zum Bahnhof gefahren hat. Die Züge fahren zum Glück doch!

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Für 35 Rupees, nicht mal 50 Cent sind wir von Alleppey bis Kochi gefahren. Wir Sparfüchse haben natürlich nicht daran gedacht, ein paar Cent mehr auszugeben für die zweite Klasse und durften die ganze Zeit stehen, da der Zug so voll war. In Kochi war auch alles geschlossen. Von Koch bis Munnar sind es noch über hundert Kilometer. Also mussten wir irgendwie an die Hauptstraße kommen, die nach Munnar führt. Aber kein Tuctuc wollte uns mitnehmen. Ein Tuctuc-Fahrer zeigte nur auf das Loch in seiner Scheibe. Auf dem Weg waren mehrere Proteste und wenn die Protestanten mitbekommen, dass jemand Touristen fährt, werden Steine geschmissen.

Hitchhike #1

12 Kilometer laufen mit dem Backpack. Für mich eine Horrorvorstellung in dem Moment. Aber nach zehn Minuten hielt der erste schon an und hat uns nicht nur bis zu dem Punkt gebracht, den wir uns ausgeguckt hatten, sondern noch 25 Kilometer weiter bis zu einer Bushaltestelle an der Hauptstraße. Dort hätte man notfalls noch ab sechs Uhr abends einen Bus nehmen können. Es stellte sich aber nachher raus, dass die Busse wohl nur vielleicht ab sechs Uhr fahren.

Hitchhike #2

Von diesem Punkt aus waren noch ca. 80 Kilometer bis Munnar. Also an die Straße und hoffen, dass eins der wenigen Autos, die vorbeifahren, Mitleid hat. Es hat wieder keine fünf Minuten gedauert.

Deepu hat uns angeboten 30 Kilometer mitzunehmen. Besser als nichts! Allerdings war es schon 16 Uhr. Die Sonne geht um 18 Uhr unter. Deepu hat sich kurzerhand entschieden, seinen Geschäftstermin in Munnar von morgen auf heute zu verlegen, die Kinder seiner Schwester einzusammeln und uns nach Munnar zu bringen.  Allerdings waren alle Tankstellen geschlossen. Kein Problem. Ein paar Telefonate und man findet Benzin irgendwo unter der Hand in Flaschen. Ist nur etwas teurer. Wir haben so lange in seinem Haus gewartet. Sehr schönes Haus. Deepu arbeitet in Saudi-Arabien und Dubai und seine Schwester handelt mit Gewürzen.

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Es war schon unglaublich genug, dass Deepu uns vier Stunden bis Munnar gefahren hat. Es hat geregnet, wie aus Eimern, es war nebelig, die Straßen eng und kurvig und die Hauptstraße wegen dem Regen gesperrt. Aber was danach kam, war so unglaublich nett, dass wir es gar nicht glauben konnten…

Essen im 5-Star-Hotel

Deepu hat uns noch zum Essen eingeladen. Eine der unangenehmen Situationen, die man manchmal irgendwie nicht ausschlagen kann. Der Weg zum Restaurant war noch enger als die Straßen zuvor. Wir haben schon gescherzt: Das ist dann jetzt wohl der Moment, in dem wir gekidnappt werden. Glaub uns, das lohnt sich nicht und meine Eltern würden auch nicht für mich bezahlen 😀

Auf einmal standen wir vor einem 5 Sterne Hotel. Buffet! Indisches Essen ist immer lecker, aber das war richtig, richtig gut. Es war ein so toller Abend.

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Wir können es immer nicht glauben, was aus unserem Low-Budget-Hitchhike-Trip geworden ist.

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Von wegen Trampen ist gefährlich. Wenn wir bis morgen gewartet hätten oder mit dem Bus gefahren wären, hätten wir aber sowas von alles verpasst! Ungeplant und unerwartet – so muss das sein! 08/15 – keine Chance!

Streik in Indien – alles ist geschlossen, nichts geht

Trotzdem 150 Kilometer zurücklegen

Für insgesamt 35 Rupees, also nicht mal 50 Cent

So geht das!

Homestay in the woods

Und das ist noch nicht alles. Wir hatten ja auch kein Hotel! Deepu hat uns obendrein noch bei seinem Freund untergebracht, der ein großes Hotel hier in Munnar hat. Nebenan, aber abgelegen sind sechs Zimmer, die ausschließlich für die Familie und Freunde gebaut wurden. Eigentlich kostet es 15.000 Rupees pro Nacht und wir haben es für…. Ich muss immer noch lachen… 500 Rupees die Nacht bekommen!!! Wir sind zu dritt und haben zwei Zimmer mit Lobby, Gazebo im Garten und unseren eigenen Housekeeper und Guide. Der eigentlich schon seinen Feierabend genossen hat und absolut betrunken hier angekommen ist, weil es nicht geplant war.

Das Hotel liegt 10 Kilometer außerhalb von Munnar. Umgeben von Wald und Cardamom- und Teeplantagen. Wunderschön! Um in die Stadt zu kommen, brauchen wir nur anzurufen und wir werden für 150 Rupees mit dem Auto gebracht.

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Wir sind als Freunde und nicht als Gäste.

Wir können es immer nicht glauben…

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Gestern Abend haben wir uns kurz gefragt, wo der Haken ist.

Wann kommt die Stelle aus dem Horrorfilm?

In the woods of Munnar

 

Die Aussicht hier ist wirklich top! Und die Geräuschkulisse hier im Dschungel einmalig!

Heute morgen wurden direkt von unserem Guide zu einem Aussichtspunkt geführt und dann zu seiner Familie eingeladen. Sie haben sich wirklich gefreut. Wir kennen hier niemanden, aber ich wurde noch nie so gut empfangen. Es ist schon fast unangenehm. Ich habe noch nie Fremde getroffen, die so nett waren.

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Da soll noch mal einer sagen, trampen ist gefährlich!

Basicly the best experience!

Morgen geht es auf eine Jeep-Tour. Ich hoffe ich sehe Zweiköpfige Schlangen, Elefanten und Tiger! Mal sehen, ob das Glück auf unserer Seite ist.

Das einzige, was mir nicht so gut gefällt, ist der Regen. Es gießt plötzlich aus Eimern und die Tuc Tucs mutieren zu Offroad Tuc Tucs, die Bäche überqueren können 🙂

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