Unterwegs in Indien


Unterwegs in Indien

Komische Verhaltensregeln, leckeres Essen, günstiges Reisen

… an einige Dinge muss man sich als Europäer erst mal gewöhnen

Die meisten Menschen hier sind super lieb. Aber es stimmt schon, dass man aufpassen muss. Man wird schnell übers Ohr gehauen und man muss auf seine Sachen tierisch aufpassen. Vor allem in den Städten oder touristischen Gebieten.

Überall sind Diebe und Bettler. Die Bettler sind meist behindert oder haben irgendwelche Krankheiten. Ich habe schon richtige Horrorgeschichten gehört, wie in Slumdog Millionär. Frauen werden die Stimmbänder kaputt gemacht, damit es sich schlimm anhört. Auch das soll man auf keinen Fall unterstützen. Das Geld geht an die Banden und man unterstützt diese Misshandlungen und Unterdrückung. Bevor man nach Indien fährt sollte man sich den Film ansehen.

Was auch richtig nervt, ist, dass man nicht überall rauchen kann. Man muss wirklich aufpassen. Nicht mal am Strand ist es erlaubt. Das kann ja keiner ahnen.

Am ersten Abend saßen wir am Strand. Ich hatte natürlich ein Bier. Plötzlich kam ein Polizist mit Taschenlampe: „Is this a bar?“ Der Strand ist schon an 21 Uhr geschlossen und Bier trinken darf man dort schon mal gar nicht. Das ist dann so ein Moment, wo ich denke: Ich hasse Indien! Was soll der Schwachsinn schon wieder?
Ich habe den Polizisten dann gefragt, ob ich es ausschütten soll. Die Antwort war: Nein! Bloß nicht. „Drink it! I give you ten minutes!“ Das hätte auch anders ausgehen können.

Die Restaurants bekommen hier keine Lizenz um Bier zu verkaufen. Oder die Besitzer riskieren lieber ab und zu für ein paar Tage ins Gefängnis zu gehen, wenn sie kontrolliert wurden. In Varkala hat die Polizei am Wochenende einen Rundumschlag gemacht. Die verstehen gar keinen Spaß. Da wird der Laden gestürmt und Gläser und Flaschen auf den Boden geworfen. Das Ende vom Lied war, dass es zwei Tage kein Bier gab und die Besitzer der Restaurants erst mal vier Tage im Gefängnis verbringen durften.
In Indien sollte man als Frau auch keine Fremden angrinsen. Vor allem nachts. Mir wurde gesagt, das wird Einladung verstanden. Also besser lassen! 😉

Auch die Kleiderordnung ist hier anders. Bauchfrei ist ok, aber die Schultern müssen bedeckt sein. Ich habe nur Spaghettitops, daher falle ich hier schon mal auf. Wenn ich in einen Tempel gehe, werfe ich ein Tuch über.

Ich werde noch was Zeit brauchen mich an die Menschen und die Kultur zu gewöhnen. Wahrscheinlich sind 30 Tage dafür zu wenig.

Was auf jeden Fall auffällt ist, dass die Menschen hier alles teilen. Selbst im Zugabteil. Jeder gibt jedem etwas ab.

Wenn man im Restaurant etwas zu trinken bestellt, bekommt man immer eine Flasche und mehrere Gläser. Nicht, wie bei uns, jeder sein eigenes Getränk.

Einen Abend waren wir im Restaurant und neben uns am Tisch war eine Geburtstagsfeier. Jeder im Restaurant hat etwas von der Torte abbekommen. Torten und Süßigkeiten schmecken hier aber absolut nicht und bestehen nur aus Zucker.

Aber ich habe seit langem richtiges Brot gegessen. Zumindest fast richtiges!

Shoppen ist hier zwar günstig, aber es nervt tierisch und überall gibt es das gleiche. Egal, wo man lang geht, wird man fast in den Laden reingezogen und überall gibt’s einen „good price“. Die Masche ist immer die gleiche: You are my first customer today! Ich bin absolut schlecht im Handeln und es nervt einfach nur. Eigentlich kann man immer den halben Preis als Verhandlungsbasis nehmen. Besonders bei Tuctucs wird man über den Tisch gezogen und sollte sich einfach rumdrehen und gehen. Auch wenn sie zu viel diskutieren, einfach umdrehen und gehen! Ich übe noch 😛

Wenn man wirklich was braucht, findet man es nicht. Es gibt hier keine richtigen Supermärkte, nur unsortierte kleine Lädchen. Da braucht man schon mal Glück.

Eine indische SIM-Karte bekommt man nur mit einer Kopie vom Reisepass und vom Visum und einem Foto. Das ist aber relativ unkompliziert.

Wenn man in Indien gefragt wird, woher man kommt und sie „Germany“ hören, bekommen sie alle große Augen. „Aaah Germany!“ Der Grund dafür ist, dass die Menschen hier Hitler super finden. In der Schule wird Mein Kampf gelesen. Hitler hat Indien unterstützt, daher ist die Geschichte hier etwas anders. Viele fragen sogar: „Do you have german coins?“ – No, sorry. We have Euro now.

Das Leben hier ist sehr einfach. Die Unterkünfte für Touristen sind meist ok und sauber, aber man kann auch Pech haben. Das indische Essen ist super lecker. Hier kann ich sogar wieder Reis essen. Essen gehen kann man an den Straßen für ein paar Cent. Das Risiko für eine Lebensmittelvergiftung ist nur höher. Auch in den Restaurants kann man sehr günstig essen. Für höchstens drei Euro bekommt man ein gutes Abendessen. Momentan zahle ich für mein Zimmer 5 Euro die Nacht. Züge und Busse sind super billig. 3 Stunden Zugfahren kostet nicht mal 2 Euro.

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Ich muss sagen die Badezimmer hier sind besser als in Indonesien. Auch wenn ich besonders aufpasse, dass beim Duschen kein Wasser in meinen Mund kommt. Die Menschen hier sind an die Bakterien im Wasser gewöhnt. Bei uns endet das schnell im Krankenhaus mit einer Infektion.

Hier ins Krankenhaus zu kommen ist eher nicht empfehlenswert. Die freuen sich über die gute Versicherung und wollen einen erst mal nicht mehr gehen lassen.

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