Archiv der Kategorie: Tattoo

Ein paar Tage in Goa


Strand, Tattoo-Mission und Beamtenbestechung bei der Goa Traffic Police

Es war eine lustige Zeit, aber…

… für meinen Geschmack ist Goa viel zu touristisch

Ich hatte nur ein paar Tage in Goa am Strand. Was auch nicht so schlimm war. Ich mag Goa nicht besonders. Ich habe zwar nicht viel gesehen, aber ob der Rest so toll ist, bezweifel ich mal an dieser Stelle. Die Strände sind nichts Besonderes und es ist die erste Anlaufstelle für Touristen, aus dem Ausland und Inland. Positiv ist, dass der Alkohol im Vergleich zum Rest des Landes wirklich viel günstiger ist. Was aber wiederum auch der Grund für alle Inder ist nach Goa zu fahren. Wir waren in der Nebensaison da und trotzdem war es recht überlaufen. Das Essen ist teuer und schmeckt absolut nicht indisch, weil die Köche mit den Gewürzen geizen, um die Touristen nicht damit zu verschrecken, dass es zu scharf ist. Selbst, wenn man nach scharfem Essen fragt, bekommt man es nicht. Und wenn auf der Speisekarte in Indien Fingerfood steht, weiß man, dass man wirklich an einem sehr touristischen Ort ist. Denn: Inder essen alles mit den Fingern!

… die Strände in Goa fand ich auch nicht so besonders

Das ist wohl der Grund, warum meine Foto-Ausbeute mehr als mau ist. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich zu verwöhnt bin. Und ist Geschmackssache…

Aber immerhin gab es eine German Bakery….

… nur leider kein Brot! 🙁

…. und die Krankenhäuser sind schön

… und absolut modern!

Mein Reisepartner Mattias hatte sich ein paar Wochen vorher beim Rafting im Ganga River eine Infektion eingefangen, die eigentlich nur Ratten und Hunde bekommen. Die Symptome kamen wieder und wir dachten uns, wir gehen lieber mal in Krankenhaus. Man weiß ja, dass der Ganga River nicht zum Schwimmen geeignet ist, aber der Guide meinte auf die Frage, ob es wirklich okay ist: Klaaar! Das ist doch heiliges Wasser…

So habe ich wenigstens mal ein indisches Krankenhaus von innen gesehen und war froh, dass ich mir nichts eingefangen habe. Ich hatte echt Glück. Ich war übersät mit Moskitostichen und hatte Angst vor Dengue Fieber und die Local Restaurants sahen auch nicht immer ganz steril aus. Ist ja noch mal gut gegangen!

Mein Grund nach Goa zu fahren: Tattoo Mission

Ich habe mir vorgenommen in jedem Land ein Tattoo machen zu lassen. In Indien macht man es am besten in Goa. Und es war wirklich eine gute Entscheidung und dafür hat es sich schon gelohnt.

An dieser Stelle noch mal Danke, Duncan! Inkfidel in Anjuna kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen. Er nimmt sich Zeit, arbeitet sehr genau und wir hatten viel Spaß!

…. und der Weg nach Anjuna, bzw. zurück war auch sehr spannend

Goa Traffic Police und Beamtenbestechung

Das Tattoo hat von drei Uhr nachmittags bis spät abends gedauert. Zum Glück hatten wir einen Roller gemietet, da in Goa die Taxi Mafia regiert. Man hört ja oft von der russischen Mafia, aber es ist eher die Taxi Mafia 🙂 Die Taxen haben ihre eigenen Preise und einen guten Draht zur Regierung. Die Preise sind unglaublich hoch, verglichen zum Rest von Indien. Auch wenn man überall White Tax bezahlt 🙂

Wir haben den Roller eher illegal gemietet. Die Roller für Touristen haben gelbe Schilder, wir hatten ein weißes. Wir hatten keinen Führerschein dabei und auch keinen Helm. Also mehr kann man eigentlich nicht falsch machen.

Als wir in Anjuna losgefahren sind, fing es natürlich erst mal an zu regnen. Und es war richtig kalt und wir hatten keine Jacken dabei.

Prompt gerieten wir in die erste Polizeisperre… die nachts wohl üblich sind auf dem Highway.

Die Polizei hatte, glaube ich, ein wenig Mitleid, weil es so geregnet hat. Mit ein paar dummen Ausreden kamen wir ganz gut weg. Aber ich musste weiterfahren, weil ich meinen Führerschein wenigstens im Hotel hatte. Und ich wusste in dem Moment nicht mal mehr, wie man einen Roller startet 🙂 Aber das haben wir auch gut gelöst. Mattias hat gentlemanlike den Roller für mich bereit gestellt und nach ein paar Metern haben wir wieder getauscht 🙂

Und da kam schon die nächste Polizeisperre. Ich hatte als Beifahrer noch den Helm auf. Das ist auch nicht erlaubt, denn der Fahrer muss den Helm aufhaben.  Aus der Nummer kamen wir so schnell nicht wieder raus. “How do you want the problem to be solved? Unsere erste Frage war natürlich “How much?” Aber so einfach geht das mit der Bestechung dann doch nicht. Nach etlichen Diskussionen, Geschichten und immer der gleichen Frage, warum wir keinen Führerschein und keine Papiere haben, durften wir endlich bezahlen. Und auch da hatten wir Glück. Mattias hatte nur 340 Rupees im Portmonnee. “Das ist alles, was ich habe, wir sind keine Touristen, wir sind Traveller. Das ist eigentlich für mein Essen morgen.” Und der Polizist hatte so Mitleid, dass er Mattias 40 Rupees wieder zurückgegeben hat.

Es war eine spannende Nacht und um vier Uhr morgens sind wir klatschnass, durchgefroren und mit nur 300 Rupees weniger im Hotel angekommen.

Goa gefällt mir zwar nicht besonders, aber wir eine lustige Zeit!

 

 

Traditional Bamboo Tattoo Lombok / Gili Meno


Traditional Bamboo Tattoo -außergewöhnliches Andenken

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Viele Urlauber entscheiden sich in asiatischen Ländern für ein Traditonal Bamboo Tattoo als Andenken

In Thailand habe ich das erste Mal von dieser Art des Tätowierens gehört und bin nach Wat Bang Phra in der Nähe von Bangkok gefahren, um mich von den Mönchen tätowieren zu lassen.  Die Mönche tätowieren zwar auch mit Bamboo, trotzdem unterscheidet sich diese Art von der traditionellen Bamboo Art. Die Mönche nutzen Metallstäbe, was das Stechen um einiges schmerzhafter macht.

http://wayward-gypsy.com/der-heilige-stich-sak-yant/

Hier auf Gili Meno habe ich mich spontan wieder zu einem Bamboo Tattoo entschieden. Einen Gecco auf dem Fuß.

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Die Insel Meno ist sehr klein und obwohl hier überall Schilder hängen, war ich mir nicht sicher, ob ich tatsächlich einen Tätowierer finde.

Sonteng – Jumping Stone Tattoo Studio Gili Meno

Abends wurde ich dann von Freunden zum Jumping Stone Tattoo Studio gebracht. Ich habe mich direkt wohl gefühlt. Das Haus und das Grundstück sind außergewöhnlich. Sonteng hat Jahrzehntelange Erfahrung und war schon einige Male in Frankfurt.

Ich war absolut begeistert und habe nicht lange überlegt.

Tolle Atmosphäre, coole Leute und jeder geht zufrieden nach Hause!

Zwei Tage später habe ich mich dazu entschieden, auch meinen großen Tattoo-Plan von Sonteng machen zu lassen. Allerdings mit Maschine und nicht mit Bamboo, da es schneller geht. Ich denke schon seit vier Jahren über dieses Tattoo nach, habe aber in Deutschland keinen Tätowierer gefunden, der ohne Anzahlung auch nur etwas auf Papier vorzeichnet und habe es daher gelassen. Bei Sonteng war ich mir sicher, dass es super schön wird. Es ist absolut toll geworden. Ich liebe es!

Kunst unter der Haut

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Wer sich also für ein traditional Bamboo Tattoo als Andenken entscheidet, ist bei Sonteng in Lombok oder Gili Meno bestens aufgehoben. Gili Meno ist nicht nur dafür eine Reise wert und sowohl von Lombok als auch den beiden anderen Gili Inseln Trawangan und Air in wenigen Minuten erreichbar.

Ich bin absolut begeistert! Danke Sonteng, Doctor of Pain 🙂

Ich habe zwar fürs Erste genug, aber es wird bestimmt nicht lange dauern, bis mir etwas Neues einfällt!

Der heilige Stich – Sak Yant in Wat Bang Phra


Mein sak yant Tattoo in Wat Bang Phra

 

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Die buddhistische Lebensweise hat mich schon immer interessiert – aus diesem Grund bin ich vor ein paar Jahren das erste mal in einem buddhistischen Zentrum in Deutschland gewesen. Ich habe tolle Menschen getroffen und viel darüber gelernt, wie man mit schwierigen Situationen besser umgehen und ausgeglichener Leben kann.

Ich war über Silvester das erste mal in Asien. Wir haben eine Backpack Reise durch Thailand gemacht. Es war wirklich toll.

Ein Ziel meiner Reise sollte ein von Mönchen gestochenes Tattoo sein.

Vor einigen Jahren habe ich von den heiligen Tattoos gehört, die in dem Tempel Wat Bang Phra von Mönchen gestochen werden und eine heilige Wirkung haben und einem Schutz geben.

Vor meiner Reise habe ich nach Berichten darüber gesucht und wollte wissen, was genau mich erwartet. Die Berichte waren alle schon etwas älter und einiges war anders, als beschrieben.

In Bangkok haben wir einen netten Taxifahrer getroffen, der uns angeboten hat uns für 1.500 Baht zu dem ca. 60 km entfernten Tempel zu begleiten. Der Tempel liegt etwas weiter außerhalb von Bangkok und ist mit dem Auto am besten zu erreichen.

Um 6 Uhr morgens holte er uns von unserem Hotel ab.

Ich war morgens schon sehr aufgeregt und gespannt, was mich erwartet. Als mich der Mitarbeiter des Hotels mit den Worten: “When you come back, your are holy” verabschiedete, wusste ich, dass sich die Reise lohnen wird und war nur noch halb so aufgeregt.

Wat Bang Phra

Wir sind ca. eine Stunde gefahren. Die Landschaft wurde ländlich, wir fuhren an vielen Reisfeldern vorbei und sahen dann irgendwann den großen Tempel.

Ich war froh, dass wir unseren Taxifahrer dabei hatten, mit dem wir uns zwar nur mit Händen und Füßen unterhalten konnten und ein paar Bruchstücken Englisch, der aber schnell raus fand, wo wir genau hin müssen. Das Gelände liegt an einem Fluss, es gibt einen kleinen Shop und mehrere Häuser.

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Zuerst gingen wir zu dem kleinen Steg und fütterten die riesigen Fische in dem Fluss, danach gingen wir langsam zu dem kleinen Haus, in der Mitte des Geländes, wo die Tattoos gestochen werden. Ich kaufte bei einer älteren Frau die Gaben für den Mönch, der das Tattoo segnet: Räucherstäbchen, eine Kerze, eine Blume und Mentholzigaretten.

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Wir mussten in den zweiten Stock des Gebäudes. Ab 8 Uhr (oder thailändischer Pünktlichkeit ca. 9 Uhr) werden täglich die Tattoos gestochen. Es gibt einen Warteraum. Dort saßen bereits ein deutsches Pärchen und zwei einheimische Frauen.

Ganz ehrlich, in Deutschland hätte ich mir das Tattoo unter diesen Umständen nicht stechen lassen. Die Sauberkeit der Räume war nicht gerade den Standards in Deutschland entsprechend.

Bis vor ein paar Jahren war es so, dass der Mönch das Tattoo-Motiv aussucht und auch die Stelle, an der es gestochen wird.

Heute ist es so, dass man sich das Motiv aussuchen kann. Ich habe mich für das Paed Tidt Yant entschieden. Erst war ich überrascht, dass ich mir das Motiv aussuchen konnte, habe mich aber auch gefreut, weil ich unbedingt dieses Motiv haben wollte.

Paed Tidt Yant

Die Spitzen vom Paed Tidt Tattoo symbolisieren die 8 Richtungen des Universums. Das Tattoo beschützt mich auf allen Reisen.

Der Preis für das Tattoo war 5.000 Baht.

Es ging alles eigentlich alles relativ schnell. Ich kam nach den beiden anderen Deutschen dran, zog mir im Badezimmer ein altes Männerhemd an, sodass man es hinten zuknöpfen kann und der Rücken frei ist. Dann setzte ich mich vor den Mönch, der mir die Vorlage auf den Rücken zeichnete, die eigentlich nur aus dem Kreis und zwei Strichen bestand. Ich gab das Go und es ging los.

Einer hielt mich fest und straffte meine Haut und er begann die besondere Tinte, die mit einer geheimen Rezeptur hergestellt wird, in meinen Rücken zu “hämmern”. Ich  habe bereits ein normales Tattoo, das auch nicht angenehm war, aber es war nichts im Vergleich zu diesen Schmerzen. An manchen Stellen war der Schmerz echt heftig und ich war froh als es endlich vorbei war.

Ich stand auf, ging in den Nebenraum, übergab dem Mönch die Gaben und das Geld, die in einer goldenen Schale lagen und setzte mich vor den Mönch, der das Tattoo einschmierte und segnete. Für jede Himmelsrichtung gibt es ein spezielles Mantra, das die Kräfte aktiviert. Der Schmerz des Stechens war schnell vergessen.

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Ich würde es immer wieder machen und es war sicher nicht mein letztes heiliges Tattoo.

Es ist toll geworden, und ich hatte danach keine Probleme. Es ist nicht einmal verkrustet. Man kann direkt wieder in die Sonne und nach ein paar Stunden schwimmen (was ich aus Vorsicht, aber nicht gemacht habe).

Wer darüber nachdenkt sich sich ein heiliges Sak Yant stechen zu lassen, kann ohne Bedenken in den Wat Bang Phra Tempel fahren. Es war eine außergewöhnliche Erfahrung.

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