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Der heilige Stich – Sak Yant in Wat Bang Phra


Mein sak yant Tattoo in Wat Bang Phra

 

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Die buddhistische Lebensweise hat mich schon immer interessiert – aus diesem Grund bin ich vor ein paar Jahren das erste mal in einem buddhistischen Zentrum in Deutschland gewesen. Ich habe tolle Menschen getroffen und viel darüber gelernt, wie man mit schwierigen Situationen besser umgehen und ausgeglichener Leben kann.

Ich war über Silvester das erste mal in Asien. Wir haben eine Backpack Reise durch Thailand gemacht. Es war wirklich toll.

Ein Ziel meiner Reise sollte ein von Mönchen gestochenes Tattoo sein.

Vor einigen Jahren habe ich von den heiligen Tattoos gehört, die in dem Tempel Wat Bang Phra von Mönchen gestochen werden und eine heilige Wirkung haben und einem Schutz geben.

Vor meiner Reise habe ich nach Berichten darüber gesucht und wollte wissen, was genau mich erwartet. Die Berichte waren alle schon etwas älter und einiges war anders, als beschrieben.

In Bangkok haben wir einen netten Taxifahrer getroffen, der uns angeboten hat uns für 1.500 Baht zu dem ca. 60 km entfernten Tempel zu begleiten. Der Tempel liegt etwas weiter außerhalb von Bangkok und ist mit dem Auto am besten zu erreichen.

Um 6 Uhr morgens holte er uns von unserem Hotel ab.

Ich war morgens schon sehr aufgeregt und gespannt, was mich erwartet. Als mich der Mitarbeiter des Hotels mit den Worten: “When you come back, your are holy” verabschiedete, wusste ich, dass sich die Reise lohnen wird und war nur noch halb so aufgeregt.

Wat Bang Phra

Wir sind ca. eine Stunde gefahren. Die Landschaft wurde ländlich, wir fuhren an vielen Reisfeldern vorbei und sahen dann irgendwann den großen Tempel.

Ich war froh, dass wir unseren Taxifahrer dabei hatten, mit dem wir uns zwar nur mit Händen und Füßen unterhalten konnten und ein paar Bruchstücken Englisch, der aber schnell raus fand, wo wir genau hin müssen. Das Gelände liegt an einem Fluss, es gibt einen kleinen Shop und mehrere Häuser.

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Zuerst gingen wir zu dem kleinen Steg und fütterten die riesigen Fische in dem Fluss, danach gingen wir langsam zu dem kleinen Haus, in der Mitte des Geländes, wo die Tattoos gestochen werden. Ich kaufte bei einer älteren Frau die Gaben für den Mönch, der das Tattoo segnet: Räucherstäbchen, eine Kerze, eine Blume und Mentholzigaretten.

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Wir mussten in den zweiten Stock des Gebäudes. Ab 8 Uhr (oder thailändischer Pünktlichkeit ca. 9 Uhr) werden täglich die Tattoos gestochen. Es gibt einen Warteraum. Dort saßen bereits ein deutsches Pärchen und zwei einheimische Frauen.

Ganz ehrlich, in Deutschland hätte ich mir das Tattoo unter diesen Umständen nicht stechen lassen. Die Sauberkeit der Räume war nicht gerade den Standards in Deutschland entsprechend.

Bis vor ein paar Jahren war es so, dass der Mönch das Tattoo-Motiv aussucht und auch die Stelle, an der es gestochen wird.

Heute ist es so, dass man sich das Motiv aussuchen kann. Ich habe mich für das Paed Tidt Yant entschieden. Erst war ich überrascht, dass ich mir das Motiv aussuchen konnte, habe mich aber auch gefreut, weil ich unbedingt dieses Motiv haben wollte.

Paed Tidt Yant

Die Spitzen vom Paed Tidt Tattoo symbolisieren die 8 Richtungen des Universums. Das Tattoo beschützt mich auf allen Reisen.

Der Preis für das Tattoo war 5.000 Baht.

Es ging alles eigentlich alles relativ schnell. Ich kam nach den beiden anderen Deutschen dran, zog mir im Badezimmer ein altes Männerhemd an, sodass man es hinten zuknöpfen kann und der Rücken frei ist. Dann setzte ich mich vor den Mönch, der mir die Vorlage auf den Rücken zeichnete, die eigentlich nur aus dem Kreis und zwei Strichen bestand. Ich gab das Go und es ging los.

Einer hielt mich fest und straffte meine Haut und er begann die besondere Tinte, die mit einer geheimen Rezeptur hergestellt wird, in meinen Rücken zu “hämmern”. Ich  habe bereits ein normales Tattoo, das auch nicht angenehm war, aber es war nichts im Vergleich zu diesen Schmerzen. An manchen Stellen war der Schmerz echt heftig und ich war froh als es endlich vorbei war.

Ich stand auf, ging in den Nebenraum, übergab dem Mönch die Gaben und das Geld, die in einer goldenen Schale lagen und setzte mich vor den Mönch, der das Tattoo einschmierte und segnete. Für jede Himmelsrichtung gibt es ein spezielles Mantra, das die Kräfte aktiviert. Der Schmerz des Stechens war schnell vergessen.

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Ich würde es immer wieder machen und es war sicher nicht mein letztes heiliges Tattoo.

Es ist toll geworden, und ich hatte danach keine Probleme. Es ist nicht einmal verkrustet. Man kann direkt wieder in die Sonne und nach ein paar Stunden schwimmen (was ich aus Vorsicht, aber nicht gemacht habe).

Wer darüber nachdenkt sich sich ein heiliges Sak Yant stechen zu lassen, kann ohne Bedenken in den Wat Bang Phra Tempel fahren. Es war eine außergewöhnliche Erfahrung.

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