Mein persönliches Fazit 2016

Heiligabend – alles ist anders

Zeit für ein Fazit 2016

 

Heute ist das erste Weihnachten ohne meine Familie.

Anders als geplant. Ich bin mit dem Boot nach Gili Air gefahren, um mit einer Freundin Christmas-Chanukka zu feiern. Sie hat sich entschlossen den Abend lieber mit ihrem Freund im Bungalow zu verbringen. Wir hatten einen netten Abend, aber dass er so früh endet, war überraschend. Für mich war Weihnachten immer eine coole Zeit mit der Family zu verbringen. Heiligabend war immer lustig! Ich muss sagen, ich hatte die letzten Monate recht selten richtig Heimweh. Ich vermisse meine Family, aber Deutschland generell eher weniger bis gar nicht. Jetzt zu Weihnachten kamen da schon mal ein paar Heimeh-Gedanken, so ganz alleine am anderen Ende der Welt. Weihnachtsstimmung kommt hier absolut nicht auf. Ich setze mal auf Silvester! Vielleicht muss mein Weihnachten dieses Jahr genauso sein: Zeit ein Fazit zu ziehen!

Ich sitze gerade in einem absolut schäbigen Bungalow in Gili Air, der eigentlich 150.000 kostet, aber heute an Weihnachten 200.000. Außer ich und meine Freundin wohnt hier keiner. Und das wundert mich ehrlich gesagt nicht! Selbst 150.000 sind zu viel. Traditionelle Lumbung Bauweise aus  Bambus und strohartigem Dach, irgendwie offen und es wimmelt nur so vor Moskitos, Ameisen und ich will es gar nicht wissen und suche gar nicht erst danach. Das Badezimmer ist eine Katastrophe und ich würde hier nicht mal duschen. Die Toilette ist schon eine Herausforderung.

Aber “the question is: who cares?” und die Devise: “lower your expectations please!”

Nach meinem Thailand Urlaub Ende letzten Jahres, war für mich klar, dass ich endlich anfangen muss, meinen Traum zu verwirklichen. Raus aus Deutschland, raus aus dem Hamsterrad und rein in die Welt. Was erleben, andere Menschen treffen… Leben!

Ich habe mich reingehängt, versucht herauszufinden, wie ich das anstellen kann ohne wirklich gespart zu haben. Das war nie wirklich mein Ding. Ich wusste nie wirklich wofür? Haus mit Garten irgendwo am Arsch der Heide auf dem Dorf oder in der Stadt und dickes Auto oder ein Heimkino? Brauch ich alles nicht. Ich habe das Geld nur so rausgepulvert, wie es mir gerade in den Sinn kam. Amazon dies, Party hier, Bla dort! Heute ist heute und morgen ist morgen. Und genau diese Lebenseinstellung haben die Leute hier auch. “Why not, no problem!” “Tomorrow is tomorrow!”

Ganz ehrlich, ich kenne wenige Menschen, die einfach mal Durchziehen, worüber sie seit langem Nachdenken und was sie sich wünschen. Vor allem wenn es eine große Veränderung bedeutet und mit Risiko und Umdenken zu tun hat. Geht ja alles nicht, viel zu gefährlich… stell dir mal vor es passiert dies! Oder hast du auch an das gedacht? Und und und oder oder oder bla bla bla bla! Das macht du eh nicht! Du kommst eh in zwei Monaten wieder!

Solche Gedanken motivieren auf jeden Fall in beide Richtungen. Nicht! Senden und empfangen!

Naja, auf jeden Fall habe ich gegoogelt und mir wochenlang den Kopf zerbrochen. Ich bin schnell auf die digitale Nomaden Bewegung gestoßen und war in der Flut der Informationen leicht unentschlossen und ich habe in zu viele Richtungen gedacht.

Ziel: von überall arbeiten!

Klingt nach einer Herausforderung und anfangs unmöglich, aber nach monatelangem Ausprobieren und Umdenken, findet sich der Weg von selbst. Man muss nur anfangen, daran glauben, dran bleiben und letztendlich alles auf eine Karte setzen. Ich habe Anfang des Jahres neben der normalen Büroarbeit meine Firma aufgebaut, einfach ein Gewerbe angemeldet und dann losgelegt. Mit vielen kleinen Aufträgen gestartet und gemerkt, dass es funktioniert. Mittlerweile mache ich eigentlich das gleiche, wie vorher. Es war so einfach. Und ich habe mich echt gefragt, warum ich nicht direkt auf die Idee gekommen bin. Auf jeden Fall  habe ich nicht lange gewartet und bin los. Ich hatte das Gefühl, es ist der richtige Zeitpunkt und innerhalb kürzester Zeit habe ich alles gekündigt: “Never try, never know!” “Why not? No Problem!” ” Tidak apa apa!”

Aku cinta Indonesia

Erstes Ziel: Indonesien! Warum? Keine Ahnung! Klingt interessant, asiatisch, viele Inseln, nicht überlaufen, viele neue Eindrücke, interessante Natur – Paradise!

Und es war die richtige Entscheidung. Ich wollte nach Ablauf meines Visas eigentlich weiterziehen. Ich war zwischendurch einen Monat in Indien, bin aber danach direkt wieder zurück nach Indonesien. Auch eine crazy Aktion. Aber hat sich richtig angefühlt. Indien war gar nicht auf meiner Bucketlist! Es war interessant, ich habe viel gelernt, aber viel zu stressig und viel zu indisch! Indonesien ist die perfekte asiatische Mischung. Nicht so furchtbar anstrengend wie Indien, nicht so touristisch wie Thailand. Und die Menschen sehr interessant und gechillt!

Aku cinta Gili Meno

Letztendlich bin ich nach der heftigen Rinjani Tour auf Gili Meno gelandet. Ich wollte zwei Tage bleiben und jetzt nenne ich es meine Home Base. Eine paradisische kleine Insel. Honeymoon Island! Kaum was los, keine Autos – quiet! Perfekt zum Arbeiten, außer dass das Wifi schlecht ist und öfter mal der Strom ausfällt. Aber auch das kriegt man schnell eingeplant und passt sich an! Es gibt wirklich nicht viel auf der Insel. Man kann mit dem Fahrrad schnell die ganze Insel umrunden oder mit dem Pferd. Kühe, Hühner und Ziegen leben eigentlich frei. Hunde sind verboten. Und es dauert einige Zeit bis man sich an die frühen Gesänge der Moschee und das nächtliche Krähen der Hähne gewöhnt hat. Hinzu kommen die Partyklänge von Trawangan. Die Insel liegt nur ein paar hundert Meter entfernt und ist mit dem Boot schnell zu erreichen. Viel zu viele Menschen! Aber zum Feiern perfekt! Die Insel ist auf Boote angewiesen. Alles muss transportiert werden. Mit Booten und dann mit den Kutschen. “Sorry, we dont have salad today. We ordered in Lombok, but not yet here!” Wenn man was braucht, muss man mit dem Public Boat nach Lombok fahren. Aber eigentlich braucht man nicht oft etwas!

Shopping…. nur das nötigste! Und so langsam lösen sich meine Klamotten auf… “Who cares?” Sie sind immer noch gut genug!

Mein Ziel war: Weg aus Deutschland

In Deutschland bin ich eigentlich nie richtig angekommen. Hört sich blöd an, wenn man dort geboren ist. Irgendwas hat immer gefehlt. Schon in der Schule hatte ich keine Lust mich zu melden oder an irgendwelchen Aktivitäten oder Veranstaltungen zu beteiligen. Mir war das immer viel zu anstrengend und zu aufgesetzt. Die drei Jahre Ausbildung bei einer Unternehmensberatung waren ätzende und anstrengende drei Jahre. Dieses falsche und aufgesetzte Büroleben war die Hölle für mich! Immer! Morgens aufstehen und jeden Tag den gleichen aufgesetzten Müll. Ich war nie richtig motiviert und der Wecker ist mein Feind!Ich habe andauernd den Job gewechselt oder die Wohnung, damit ich was zu tun hatte und nicht vor Langeweile eingehe. Absolut null Herausforderung und absolut nichts Neues! Irgendwo ist alles gleich unbefriedigend gewesen!

Zu Hause ist immer der Fernseher an und die Leute sind verblendet von der Manipulation und kriegen nichts mit. Kommunikation über WhatsApp oder Facebook und schon Telefonieren wird zur Seltenheit. Ich habe in Deutschland schon länger den Fernseher ausgelassen und mich mit anderen Sachen beschäftigt. Ich habe viel gelesen, recherchiert und mir schnell den Aluhut aufgesetzt. Danach machte die Gesellschaft für mich noch weniger Sinn und die Werte, die vermittelt und angenommen werden, schienen mir nicht richtig Der Gedanke hat sich nur bestätigt seit ich unterwegs bin.

Weg von Engstirnigen, Gradlinigen, Hinterherrennern, Dummschwätzern, ganz Schlauen, Unbequemen, zu Bequemen,  Unsicherheit, Krieg, Realitätsverweigerern, Gutmenschen, Rechten und Linken, Fake-News , Bad News und Verblödung! (……………)!!!!

Meine Beziehungen in Deutschland waren eine Katastrophe. Immer war irgendwas. Vertrauen Fehlanzeige. Viele Leute sind mit sich selbst überfordert und kennen ab einem gewissen Zeitpunkt einfach keine Werte mehr. Von einer sinnlosen Beziehung in die nächste. Null Sicherheit, immer gewappnet auf den nächsten Knall und die nächste Enttäuschung. Bis ich gelernt habe, mich auf mich zu konzentrieren. Im buddhistischen Zentrum habe ich viel gelernt und viel mitgenommen. Aber auch das hat einige Zeit gedauert.

Adeng Adeng!Tomorrow is tomorrow!

Auf meiner Reise habe ich viel gelernt, vor allem über mich selbst. Ich bin nicht mehr so nervös, wie ich es in Deutschland war. “Take it easy!” “Slowly slowly!” oder auf indonesisch “Adeng adeng”!Und ich bin Profi im Alleinesein. Ich mache mir keinen Kopf, was andere über mich denken oder wer das tollste Auto hat oder was ich neues brauche. Ich habe einen Rucksack, meinen Laptop und meinen Bungalow auf Gili Meno. Ich füttere jeden Tag meine Chickens und hoffe auf ein paar Eier am Morgen, um mir ein Omelett zu braten. Habe schon überlegt ein paar Tomaten anzupflanzen. Die ich übrigens in Deutschland nicht mochte!

Mein Tag besteht aus Sonnen am Strand am Morgen, Arbeiten am Nachmittag und Chillen mit den Locals und Freunden am Abend. In einer kleinen Runde, auf dem Boden sitzend und einer schnappt sich die Gitarre.

Die Leute sind viel gelassener. Wenn man in ein Restaurant kommt hat man manchmal das Gefühl die Ruhe der Mitarbeiter zu stören mit seiner Anwesenheit. Es wird viel gelacht und geredet und Politik ist kein Thema. Der Fernseher bleibt selbstverständlich aus oder es gibt gar keinen.

Die Menschen sind sehr naturverbunden. Bis 2010 gab es auf Gili Meno nicht mal Strom. Nur Generatoren, die von 6 bis 18 Uhr liefen. Und wenn nicht, dann nicht! Für alles gibt es eine Lösung. Easy going!

Ich habe so viel gelernt und bin in vielen Hinsichten gelassener. Sauberes Badezimmer und nicht-westliche Toiletten waren anfangs Herausforderungen. Spinnen im Zimmer, Geckos hinter der Toiletten, ein Skorpion als Mitbewohner oder große Lizzards.

Alles kein Problem. Außer die Spinnen sind zu groß oder ich sehe eine Schlange auf dem Weg. Und diese Moskitos! Zerstochen ist gar kein Ausdruck. Meine Beine sehen aus! Mein Fuß war zeitweise so angeschwollen von den Stichen, das war schon nicht mehr schön. Mein ständiger Begleiter ist Autan Spray und eine Flasche Baigon im Zimmer, um die Mistviehcher zu töten! Im Vergleich zu den Locals bin ich immer noch fimschig, wenn es um die Tierchen geht, aber ich werde besser und bin abgehärtet. Ist auch irgendwie lächerlich alles was zur Natur gehört als störend zu empfinden. Man muss sein Denken erweitern und sich einfach mal öffnen und die Energie fließen lassen!

Hier werden einfach viele Sache unwichtig und viele Sachen wichtig.

Mein Fazit 2016

Mein Fazit für dieses Jahr: Absolut die richtige Entscheidung und es war mehr als an der Zeit die Reißleine zu ziehen. Ich habe meinen Traum verwirklicht, bin befreit von materiellen Giergedanken und absolut glücklich. Ich habe keinen Plan, weiß nicht, wie lange ich noch hier bleibe oder ob ich in ein paar Monaten weiter ziehe. Eins weiß ich bestimmt, in Deutschland werde ich nicht leben. Ich plane auf jeden Fall regelmäßig zu Besuch zu kommen, aber langfristig werde ich beklopppt in der heuchlerischen kommerziellen Welt. Es ist natürlich nur meine persönliche Einstellung und mein Wahrnehmen. Vielleicht geht es euch anders.

Für mich lebt es sich hier in dieser Welt einfacher. Gelassenheit, Ehrlichkeit und Zusammenhalt, statt Neid, Lügen und Verblendung. Nicht viel Geld und trotzdem keine Probleme. Geld macht nicht glücklich, es macht es zwar einfacher, aber gewinnen tut man dadurch nicht viel, wenn man alles andere vergisst! Im Leben geht es nicht um dicke Autos, teure Uhren, ein schön gefliestes Badezimmer oder den größten Fernseher. Nichts davon braucht man!

Wenn alles selbstverständlich ist, verliert es doch irgendwo seinen Wert!

Ich bin froh, dass ich in der kurzen Zeit so weit gekommen bin. Genau das war mein Wunsch. Von penibel und anstrengend für mich selbst zu ach komm scheiß doch drauf, wen juckt´s!  Ich brauch gar nichts, außer eine gute Einstellung, Spaß, an dem, was ich mache und gechillte Leute, die mir zeigen, dass es auch anders geht!

Ich habe seit meinem Thailand Urlaub einiges auf die Beine gestellt und hoffe, dass es alles weiter so gut läuft und die Energie weiter auf meiner Seite ist.

Mein neues Ziel ist es, mich irgendwo auf einer Insel niederzulassen, ein kleines außergewöhnliches Bungalow-Projekt zu starten und eine kleine coole Sache aufzuziehen, die ich managen kann! Das wär genau das Richtige für mich! Ich sag mal 5-Jahres-Plan!

Ich könnte noch Stunden so weiter schreiben und der Artikel ist bestimmt ergänzungsbedürftig. Blabla! 🙂  Eigentlich bin ich schon länger an einem Artikel dran, der das Leben und die Leute hier beschreibt und die vielen Unterschiede und Eigenheiten auf einer Insel. Dafür werde ich dann jetzt die Feiertage nutzen.

Das war so ganz grob meines Jahresrückblick und mein Fazit von 2016.

Chaotisch, wie immer, aber absolut zufriedenstellend. Ich habe so viele Menschen mit anderen Lebenseinstellungen getroffen und meinen Horizont absolut erweitert. Und genau das ist der Plan für die kommenden Monate: Kein Plan!

Take it, easy feel free and enjoy!

Lower your expectations, please!

Don´t worry, be happy!

 

Komodo Trip Adventure

4 Tage / 3 Nächte mit dem Boot nach Flores

Einzigartige Erfahrungen auf dem Weg nach Komodo

Tolle Schnorchelspots, riesige Mantas, Red Beach, Komodo Village und Komodowarane hautnah!

 

Der Trip nach Komodo stand schon seit langem auf meiner To Do Liste. Es ist eine einzigartige Erfahrung, die sich wirklich lohnt! Ich liebe das Meer und die Zeit auf dem Boot war toll. Absolute Ruhe und wunderschöne Eindrücke. Was mich besonders beeindruckt hat waren die Schnorchelspots und die tollen Farben unter Wasser. Der Manta Point war ein Highlight. Und natürlich die Insel Komodo mit einem wunderschönen roten Strand, dem Komodo Village, das ich in Deutschland schon in Dokumentationen super interessant fand und natürlich die riesigen Komodowarane, die man auf Komodo und Rinca bewundern kann.

Start in Bangsal, Lombok

Gestartet sind wir in Lombok. Wir haben uns am Mittwoch um 9 Uhr im Café Lombok getroffen. Los ging es allerdings erst um 11:30 Uhr. So hat man aber genug Zeit für die Registrierung und letzte Besorgungen. Auf dem Schiff gibt es nichts zu kaufen, darum sollte man sich mit allem eindecken. Man hat zwar bei manchen Stopps die Möglichkeit Snacks und Bier zu kaufen, aber es macht Sinn schon etwas dabei zu haben. Wenn die anderen Boote schneller sind, kommt es vor, dass das Bier bereits ausverkauft ist. So war es zum Beispiel bei uns!

Schlafen auf dem Deck

Nach einem kurzen Briefing geht es zum Schiff.  Für 1.500.000 IDR schläft man mit den anderen auf dem Deck. Wir haben uns direkt den besten Platz auf dem Deck gesichert. Direkt neben dem Ausgang, damit man nicht immer über alle drüber klettern muss. Von Luxus kann hier keine Rede sein, aber es ist absolut okay für ein paar Tage. Jeder bekommt eine Matte, ein Kissen und eine Decke.

In der Nacht sollte man auf jeden Fall die Fenster hinter sich zu machen. Sonst wird es bei hohem Wellengang ungemütlich nass.

Zwar ist nach einem Tag sowieso alles feucht und klebrig, aber man muss es ja nicht provozieren 🙂

Schlafen in der Kabine

Für 2.500.000 IDR bekommt man eine kleine Kabine. Es waren zwei Familien mit Kindern mit uns auf dem Boot, die in den Kabinen geschlafen haben. Viel passt in die Kabinen nicht. Man bekommt einen Raum, in den nicht mehr als die Matratze passt und unter dem Bett hat man die Möglichkeit seine Sachen zu verstauen.

Ich war mit der Matratze auf dem Deck zufrieden und die Abende mit der Gruppe waren immer lustig. Wir hatten Glück, dass wir eine sehr ruhige Gruppe hatten. Insgesamt waren wir 25 Leute. Die Abende waren gechillt und es gab keinen Stress. Wie unser Guide Mr. D uns berichtet hat, war das aber eher ein Glücksfall und ab und zu kann ein Abend auch mal im Chaos enden.

Verpflegung auf dem Boot

Die Boote sind sehr spartanisch. Es gibt keine Dusche und kein Frischwasser. Selbst die Kaffeetassen werden mit Salzwasser gewaschen. Nach vier Tagen wünscht man sich dann schon das Salzwasser mal abwaschen zu können. Regen tut es vorübergehend aber auch 🙂

Es gibt zwei Toiletten, die die ganzen vier Tage sauber gehalten wurden. Allerdings ohne Waschbecken und Spiegel. Fürs Zähneputzen nimmt man einfach eine Flasche Wasser und das große Waschbecken 🙂

Im Preis sind drei Mahlzeiten enthalten. Die Mahlzeiten sind hauptsächlich vegetarisch. Zum Frühstück gab es Pancakes oder Toast. Zum Mittag- und Abendessen Reis mit verschiedenem Gemüse, Kohl und Tempeh. Nur an einem Abend gab es Hühnchen dazu. Wer Glück hat, fängt unterwegs einen Fisch oder einen Tintenfisch,  das war bei uns leider nicht der Fall. Man gewöhnt sich dran. Schlecht war es nicht. Aber alle hatten Heißhunger auf Burger, als wir wieder an Land waren 🙂

 

Erster Tag

Start in Lombok und Schwimmen am Sugian Bay

Am ersten Tag sind wir gegen 12 Uhr in Bangsal gestartet. Man ist den ganzen Tag mit dem Boot unterwegs, auch über Nacht. Der einzige Stopp ist Sugian Bay am Nachmittag. Dort kann man kurz vom Boot springen und sich erfrischen. Es waren zufällig einige Kinder am Strand, die uns an Land gewunken haben, um uns zu zeigen, wie man eine Kokosnuss vom Baum holt. Unser Kokosnussvorrat war damit auch erst mal gedeckt!

Zweiter Tag

Spaziergang zum Wasserfall auf Moyo Island und Schnorcheln bei Santonda Island

Nach einer spannenden Nacht auf See mit hohen Wellen und unruhigem Schlaf, sind wir, alle etwas zerknittert und müde, beim zweiten Stopp angekommen.

Moyo Island – eine fast unbewohnte Insel im Norden von Sumbawa und die letzte Möglichkeit für die Crew den Frischwasservorrat aufzufüllen oder Decken im Fluss zu waschen (der Fluss wurde von der Crew tatsächlich genutzt, um die Decken zu waschen).

Für uns war es die letzte Möglichkeit zu “duschen”, bzw. im Wasserfall zu baden. Der Wasserfall ist nach einem fünfzehn minütigen Spaziergang durch den dichten Wald erreicht und die Mutigen können auch noch ein paar Meter die Felsen hochklettern und den Natural Pool genießen.

Leider war das Wetter nicht besonders gut und es hat die ganze Zeit geregnet.

Santonda Island – ist nur ein paar Stunden von Moyo Island entfernt und liegt ebenfalls im Norden von Sumbawa. Hier hat man die Möglichkeit mit dem Speedboat auf die Insel zu gelangen, um ein paar Snacks oder Bier zu kaufen (wenn es nicht schon ausverkauft ist). In der Mitte der Insel befindet sich ein Krater mit einem Salzsee. Der See ist schnell zu erreichen, da die Insel nicht besonders groß ist. In der Bucht kann man super schnorcheln. Viele verschiedene Fische tummeln sich in den bunten Korallen und das Wasser ist sehr sauber und klar.

Dritter Tag

Trekking auf Laba Island, Schnorcheln mit Mantas am Manta Point, Relaxen am wunderschönen Red Beach und Besuch in Komodo Village

Auch in der zweiten Nacht war das Boot die ganze Zeit unterwegs. Im Gegensatz zur ersten Nacht, war die See sehr ruhig und ich konnte richtig gut schlafen.

Morgens gegen 7 Uhr erreichten wir Laba Island. Die Insel liegt weiter auf dem australischen Kontinent und das Klima und die Natur sind viel trockener als noch auf Moyo oder Santonda Island. Die Insel ist völlig unbewohnt und es gibt kein bisschen Zivilisation.

Auf dem Programm stand Trekking. Es war sehr heiß und die Sonne extrem, einige haben es nicht auf den höchsten Punkt geschafft. Nach der Rinjani Tour schreckt mich nichts mehr ab, daher waren die 1,5 Stunden Trekking in der Sonne eher Kindergarten für mich.

Die Aussicht war der Hammer!

Ich hatte mich schon auf eine Abkühlung im Wasser gefreut, aber daraus wurde nichts. Überall im Wasser waren Quallen und dann hat auch noch jemand die Klospülung betätigt. Sehr schlau, wenn das Boot gerade steht. Erste Regel: Spüle niemals ab, wenn das Boot steht. Denn wer will schon in Scheiße schwimmen?

Der zweite Stopp war dann aber mehr als eine Abkühlung.

Manta Point! Für mich ein absolutes Highlight. Unser Guide Mr. D meinte vorher, dass die Chance einen Manta zu sehen bei 80 Prozent liegt. Versprechen kann man nichts. Wir waren alle überwältigt, dass es so viele Mantas waren. Wir waren alle beeindruckt von diesen unglaublich großen Tieren! Ich hatte beim Tauchen schon mal einen Manta gesehen, allerdings war er weit entfernt und es war nicht zu erkennen, wie groß er wirklich gewesen sein muss. Es war schon ein bisschen beängstigend als die Mantas unter einem her geschwommen sind. Manchmal waren es drei auf einmal und jeder war 5 bis 8 Meter groß. Wenn sie zu nah kamen, ist schon mal eine kleine Panik bei dem ein oder anderen ausgebrochen. Sie sind zwar nicht aggressiv oder gefährlich, aber anfassen sollte man sie nicht. Dann kann es schon mal ungemütlich werden.

Es war wirklich unglaublich! Einige hatten sogar das Glück einen kleinen Hai zu sehen!

Nach ein paar Stunden erreichten wir dann Komodo. Erster Stopp auf der Insel war der Red Beach.

Ein unglaublich schöner Strand mit kristallklarem Wasser und super feinem Sand. Perfekt zum Relaxen.

Und kaltes Bier gab es auch! Lieferung frei Boot!

An den Felsen gab es auch einiges unter Wasser zu sehen. An einigen Stellen sieht es mehr aus, wie der Elefantenfriedhof in König der Löwen.

Das Highlight des Red Beach ist natürlich der rote Sand. Rote Korallen färben den Sand leicht rot. Ich war bereits an einem Pink Beach in Lombok. Dort habe ich das Pink im Sand wirklich nicht erkennen können. Aber der Red Beach macht seinem Namen alle Ehre. Wunderschön!

Komodo Village liegt nicht weit vom Red Beach entfernt. Wir haben in der Bucht vor Komodo Village übernachtet und hatten so die Möglichkeit vor dem Abendessen das Dorf anzuschauen. Ich habe schon mehrere Reportagen und Dokus über Komodo und das Dorf gesehen und habe mich riesig gefreut, dass wir mit dem Wassertaxi rüber fahren konnten.

Das Dorf ist sehr arm, die Leute haben viele Kinder und leben ausschließlich von Fischerei. Männer sieht man wenige, da sie alle auf See sind, um Geld zu verdienen.

Das Dorf ist das einzige auf Komodo. Die Häuser sind alle auf Stelzen gebaut. Zum Schutz vor Wasser und vor allem zum Schutz vor den Komodo Waranen, die ab und zu das Dorf besuchen. Vor allem nachts. Das letzte Kind, das gestorben ist und von einem Komodo Waran gefressen wurde, ist auf dem Weg zur Schule vom Weg runter in den Busch, um auf Toilette zu gehen. Die Vorfälle sind mittlerweile aber selten. Ich glaube, das war 2010.

Das Menschen im Dorf leben sehr traditionell und sind Moslems. Wenn die Frauen keine Söhne bekommen, werden sie irgendwann aus dem Dorf verbannt. Denn nur Männer können Geld verdienen und wichtige Aufgaben übernehmen.

Das Dorf liegt sehr abgelegen von der restlichen Zivilisation und das Leben dort ist nicht einfach. Die Partnerwahl ist also auch eher eingeschränkt und man kann vermuten, dass das ganze Dorf miteinander verwandt ist.

Sobald man das Dorf über den Steg betritt, kommen Kinder auf einen zu gestürmt,  die nach einigen Minuten nach Geld fragen. Wir haben beschlossen uns von einem kleinen Mädchen rumführen zu lassen und ihr dann dafür ein wenig Geld zu geben. Wir hatten eigentlich auch vor einzukaufen und Snacks mit aufs Boot zu nehmen. Nach unserem Einkauf konnten wir nicht anders, als alle unsere Süßigkeiten unter den Kindern zu verteilen.

Vierter Tag

Komodo Nationalpark, Rinca Island und Ankunft in Labuan Bajo

Wir haben in der letzten Nacht auf dem Boot in der Bucht vor Komodo übernachtet. Da Komodowarane schwimmen können, haben sich die meisten die Abkühlung im Wasser gespart.

Morgens sind wir dann zum Komodo National Park gefahren. Es war ein mulmiges Gefühl auf der Insel zu sein. Bevor man die Insel betritt wird man gefragt, ob man seine Tage hat. Das müssen die Ranger wissen, denn die Komodowarane riechen das Blut Kilometerweit.

Alle waren etwas angespannt und haben die ganze Zeit um sich geguckt.  Als wir die Ranger erreicht haben, gab es ein kurzes Briefing und Schauergeschichten und wir sind los in den Wald. Tatsächlich sieht man im Wald kaum Warane. Man muss schon sehr Glück haben einen der 1300 Komodowarane  im Wald zu Gesicht zu bekommen. Sie sind sehr gut getarnt und haben wahrscheinlich auch die Schnauze voll von Touristen.

Wir hatten aber Glück! Auf dem Hügel haben wir dann einen Komodowaran gesehen, der sich gesonnt hat. Zuerst dachten wir die Ranger machen Spaß. Der Komodowaran sah im ersten Augenblick aus, als wäre er aus Holz. Er hat sich nicht bewegt. Aber dann haben wir realisiert, dass wir besser Abstand halten.

Wo man immer Komodowarane sehen kann…. ist, wie nicht anders erwartet: Die Küche der Insel. Auch die Komodowarane sind mittlerweile nicht mehr ganz so wild. Sie wissen, wo es was zu Essen gibt! Als einer aus unserer Gruppe etwas in seiner Tasche gesucht hat, wurde einer der Warane ganz nervös und dachte, es gibt was zu essen.

Im Anschluss an den aufregenden Spaziergang auf der Insel, gab es noch ein zweites Frühstück und dann ging es direkt weiter nach Rinca Island.

Rinca Island gehört ebenfalls zum Komodo Nationalpark. Die Insel ist super schön und vom Hügel hat man eine tolle Aussicht.

Auf dem Weg vom Boot zum Park, geht man vorbei an Mangroven, in denen Salzwasserkrokodile leben. Die Krokodile bekommt man nicht zu Gesicht, aber man sieht viele Affen und manchmal auch Wasserbüffel.

Wie auch auf Komodo, tummeln sich die sichtbaren Exemplare der Komowarane in der Nähe der Küche. Auf Rinca Island haben wir keinen Komodowaran auf  unserem Weg durch den Wald gesehen.

Bevor das Boot den Zielhafen in Labuan Bajo auf Flores ansteuerte, konnten wir uns alle noch mal beim Schwimmen und Schnorcheln in Kelor Island erfrischen. Kelor Island liegt eine Stunde mit dem Boot von Labuan Bajo entfernt. Die erste Dusche nach vier Tagen war also nicht mehr weit.

Nach vier Tagen gemeinsam auf dem Boot, konnte man schon eine leicht genervte Stimmung in der Gruppe spüren und alle waren froh, als Labuan Bajo in Sicht war. Ich hatte keine sauberen oder trockenen Klamotten mehr und alles war klebrig!

Dusche und Burger essen!

Am Abend haben wir uns alle zum Fisch essen in einem Warung getroffen und haben den Abend in der Reggae Bar Paradise mit Live Musik ausklingen lassen.

Labuan Bajo ist nicht besonders groß und es gibt nicht allzu viel sehen. Was mir direkt aufgefallen ist, ist, dass es neben dem Gesang der Moschee auch christlichen Gesang aus den Kirchen gibt. Flores ist zu 90 Prozent katholisch, aufgrund des Einflusses der Portugiesen.

Zurück nach Lombok ging es am nächsten Morgen mit dem Flugzeug von Labuan Bajo über Bali. Die Airlines haben immer Verspätung, wir haben unser letztes Boot zurück auf die Gilis in Lombok natürlich verpasst und haben eine Nacht in Senggigi übernachtet.

Alles in allem war es ein absolutes Erlebnis und eine coole Erfahrung. Wir haben in den vier Tagen sehr viel erlebt und viel Spaß gehabt. Wer nicht unbedingt Luxus braucht, sollte diese Tour auf jeden Fall mit in seinen Indonesien Urlaub einplanen!